24. Juli 2012 2 24 /07 /Juli /2012 13:23

Das Yagé-Ritual

ist eine Reise in eine etwas andere Welt. Eine außergewöhnliche und aufregende Reise zum eigenen „ICH“. In TV-Dokumentationen hat man schon oft Berichte über Schamanenrituale der Naturvölker in Südamerika, vor allem im Amazonasgebiet gesehen. Das Ritual steht für Reinigung von Körper, Geist und Seele und wird auch als „Liane der Seele" oder "Rebe des Geistes“ übersetzt.
 

"Yagé" ist ein aus der „Banisteriopsis caapi- Pflanze * gebrautes Getränk, dass man während des Rituals zwei Mal zu sich nimmt. Yagé wird traditionell von den Schamanen oder Medizin-Männern in nächtlichen Ritualen geführt und ist begleitet von Gesängen und Anrufungen, mit harmonischer Ritualmusik, mit Reinigungsritualen und teilweise Tänzen.

 


Es reinigt die physische und psychischen Ebene. Es ist ein spirituelles Erleben und Erfahren, eine Reise zur tiefen Wirklichkeit in uns selbst. Aber auch die körperliche Seite wird im Yagé-Ritual berücksichtigt. Ein körperlich Kranker nutzt ebenso das Ritual und die Heilfähigkeit des Schamanen. Oft auch als letzten Hoffnungsschimmer, wenn die Schulmedizin den Kranken schon längst aufgegeben hat.

 

Nicht nur im Amazonasgebiet Kolumbiens sind diese Rituale bekannt, sondern in ganz Kolumbien und sie haben bei den Indigenas eine feste Tradition.

Wir sind in der Kaffeezone auf diese aufregende und erlebnisreiche Reise gegangen.

 

Das Ritual fand auf einer Finca außerhalb von Armenia statt, von Samstagabend bis Sonntagmorgen. Jorge, ein „Helfer“ des Schamanen „Carlos“ holte mich am Samstagabend mit seinem Auto ab. Seine liebenswerte und einfühlsame Art ließ mich das Gefühl aufkommen, hier zweifellos in guten und sicheren Händen zu sein.

 

Angekommen auf der Finca begrüßte uns der Schamane „Carlos“ sehr herzlich.

Es ist schon ein besonderes Erlebnis, seine Warmherzigkeit und seine Aura zu spüren. Nach und nach trafen die anderen Teilnehmer und auch noch weitere „Helfer“ des Schamanen ein. Es war sehr beruhigend zu sehen, dass man für jeden von uns einen „Begleiter“ während des Rituals vorgesehen hat.

Mittlerweile war es längst dunkel und wir alle waren sehr gespannt auf den Beginn der Zeremonie. Nun stand zuerst das persönliche Gespräch mit dem Schamanen im Vordergrund. Jeder von uns wurde separat zu ihm gebeten und er wollte wissen, was der Beweggrund für die Teilnahme am Ritual war. Ob es Krankheiten, negative emotionale Erlebnisse oder einfach nur die Neugier der Anlass war, alles konnte und sollte man mit ihm bereden. Er nahm sich für jeden Zeit!

Nachdem wir alle mit ihm gesprochen hatten, begann das eigentliche Ritual, auch hier wieder mit einer ausführlichen Erklärung und Beschreibung, was nun in den nächsten 12 Stunden bis in den Sonntagvormittag hinein geschieht.

Wir alle bekamen den „Yagé-Trunk“.  Wie es die natürliche Wirkung dieser Pflanze * zur körperlichen Reinigung (sie wirkt abführend)   vorgesehen hat, wurde uns allen bis auf ganz wenige Ausnahmen übel und entsprechend „reinigte“ man sich selbst von innen heraus.

 

 






   
  Banisteriopsis caapi Pflanze


 

 

 

 

 

 

Mir ging es nach dieser kurzen „Auszeit“ wieder prima und ich begann meine eigene Reise zu mir selbst. Es war eine tolle Erfahrung, ich selbst habe einige Dinge in meinem Leben klarer gesehen, habe plötzlich Antworten auf die mir selbst schon lang gestellten Fragen bekommen.

Den anderen ging es ähnlich. Viele sahen manche Dinge in ihrem Leben viel klarer, bekamen Antworten, hatten ihre eigenen Visionen.

 

Gegen 03.00 Uhr morgens bekamen wir den zweiten „Yagé-Trunk“. Dieser war eigens noch mal zur geistigen und mentalen Reinigung gedacht. Auch hier war der Ablauf, waren die Erlebnisse und Erfahrungen ähnlich wie beim ersten Mal. Gegen 05.00 Uhr wurde ich dann von „Jaido“ dem 1. Helfer des Schamanen für ein Heilungs- und Reinigungsritual zum Schamanen „Calos“ gebeten. Mit einem Bündel von Blättern (genannt Wairasacha) und begleitet von seinen Ritual-Tänzen und –Gesängen  war dies wiederum ein beeindruckendes und heilendes Erlebnis. Fast jedem von uns wurde dieses Heil- und Reinigungsritual zuteil.

 

Begleitet wurden wir die ganze Nacht nicht nur von den Helfern, sondern von einer wundervollen Ritualmusik, die eine Gruppe von Männern mit ihren Panflöten, Gitarren, Trommeln und Gesängen voller Hingabe spielte. Den Abschluss des Rituals bildete wieder das persönliche Gespräch mit dem Schamanen. Jeder einzelne wurde zu ihm geführt und wir konnten so unsere Erfahrungen, Erlebnisse oder vielleicht noch offenen Fragen mit ihm klären.

Jeder in sich versunken, die Erlebnisse für sich aufarbeitend, kehrten wir voller innerer Zufriedenheit nach Pereira zurück.

 

Eine aufregende und erlebnisreiche Reise ging nicht wirklich zu Ende, denn jeder ging dadurch auf seine neu entdeckte Lebensreise.

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Teilnahme am Yagé-Ritual

 

Teilnahmevoraussetzungen:
* Vollendung des 18. Lebensjahres
* gute Spanischkenntnisse sind erforderlich
* Während des Tages vor dem Ritual ist die Einhaltung einer Diät notwendig.
  Vegetarische leichte Kost, viel trinken (bevorzugt Wasser oder Tee) keine
  Genussmittel wie Kaffee, Alkohol o. ä.

 

Kontraindikation:
* schwere Erkrankungen des Herz-Kreislaufsystems
* psychiatrische Erkrankungen
* Frauen während der Menstruation

 

Mitzubringen:
* warme, bequeme Bekleidung, Socken, warme Decke
* kleines Frühstück und Trinken (bevorzugt Wasser) für den nächsten Tag

 

Termine:
Aus organisatorischen Gründen können wir keine Vermittlungen mehr für dieses Ritual anbieten.

 

* Banisteriopsis caapi - wächst in den Tiefland-Regenwäldern Südamerikas

* Pflanze - sie wird bei den Naturvölkern zur Krebsbekämpfung,
  Parasitenbefall etc. eingesetzt

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