12. Oktober 2009 1 12 /10 /Oktober /2009 11:22

Der Chiribiquete Nationalpark in Kolumbien (Parque Nacional Natural Serrania de Chiribiquete)

wurde 1989 gegründet. Entlang des Äquators erstreckt er sich über die Departamentos Caquete und Guaviare am Amazonas. Vor kurzem wurde seine Fläche auf 2,8 Millionen Hektar vergrößert. Damit ist er der größte Nationalpark in Kolumbien. Bis vor wenigen Monaten betrug die Nationalparkfläche nur 1,3 Millionen Hektar, allerdings wurde diese von der Regierung des südamerikanischen Landes per Dekret im vergangenen August vergrößert. Internationale Ölfirmen waren daran interessiert, am Südrand des Parkes Bohrungen vorzunehmen. Deutschland, England und Norwegen spendeten 100 Millionen Dollar, unter der Auflage Chiribiquete müsse auch in Zukunft vor der Rohstoffausbeutung geschützt werden, welche in den vergangenen Jahren in manchen Ländern des Amazonasbeckens Überhand genommen hat.

parque natural chiribiteque
Hier leben noch vier bekannte indigene Stämme, die vermutlich zu den ältesten noch lebenden in Kolumbien gehören. Drei Mal so groß wie der Yellowstone National Park, umfasst der Chirbiquete Nationalpark ca. 240 Fischarten, 492 Vogelarten, u.a. den Chiribiquete-Smaragdkolibri und rund 900 Pflanzenarten. Dazu schätzungsweise 41 verschiedene Arten von Reptilien, 49 Amphibien, 209 Schmetterlinge und ca. 13 Säugetierarten, die vom Aussterben bedroht sind.

Im tropischen Klima um die 24°C jährliche Durchschnittstemperatur befinden sich riesige Tafelberge, die Serranía de Chiribiquete. Der höchste Tafelberg liegt auf einer Höhe von 1000 m über NN. Die Berge ragen teils bis 800 m vom Boden auf.

Die Flora und Fauna des Gebietes gelten als nur lückenhaft erforscht. Manche Oberfläche der Tafelberge hat noch nie einen Menschen zu Gesicht bekommen. Alles deutet jedoch auf eine reichhaltige Artenvielfalt hin. Auch sind bisher 48 Fledermausarten bekannt.

Weitere Bewohner des Parque Nacional Natural Chiribiquete sind:
- der Spix-Nachtaffe
- verschiedene Otter
- Katzenarten wie der Jaguar
- und der Amazonasdelphin

Die höchste Biodiversität haben die Insekten, von denen bisher 72 Käferarten, 313 Tagfalter, 261 Ameisenarten, 43 Mückenarten und sieben neue Libellenarten gefunden wurden.
 

Chiribiquete (31)

Auch in diesem Park finden sich einzigartige prähistorische Felszeichnungen, ca. 20.000 an mehr als 80 Stellen. Die Zeichnungen widerspiegeln Tierformen und Menschen, Szenen der Jagd und das Sammeln von Lebensmitteln. Die Malereien gehen auf ca. 18.000 – 8.000 v. Chr. zurück.
 

Chiribquete Malereien Alvaro Gaviria

Tourismus im Nationalpark Chiribiquete
Bisher sind im Park nur Forschungsaufenthalte gestattet. Eine touristische Infrastruktur existiert praktisch nicht. Der Zugang zum Park ist bisher nur per Boot über den Río Caquetá, von da aus zu Fuß, oder per privaten Flugzeug möglich.

 

Hier ein paar Videoeindrücke vom Nationalpark

 

 

Weitere Infos in Spanisch

 

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