...mit dichter, tropischer Natur - Ein Stück Urwald Kolumbiens
Von einem Freund hatten wir gehört, dass es unweit von Pereira ein Naturreservat geben soll, in dem man auf einem Pfad ca. 14 Wasserfälle, von groß bis klein, in fast unberührter Natur entdecken kann.
Schnell war dieser Ausflug geplant, Freunde eingeladen und der Guide für die Tour organisiert.
Wir waren alle sehr gespannt, was uns hier erwartet. Ist dieser Wanderpfad tatsächlich so grandios und abenteuerlich, wie man erzählte?
Am Anfang war alles noch unbeschwert. Wir trafen uns mit dem Guide in einem Café und der „Tinto“ sollte uns rüsten für die Wandertour. Und die ging schon mal gut los. Denn es hieß, elektrische Weidezäune ohne Schaden gut zu überwinden, je nach Geschicklich- und Beweglichkeit des Einzelnen. Mal durchkriechen, mal mit einem gekonnten Stretch oben drüber.
Bereits hier konnten wir erahnen, dass diese Wandertour ein voller Erfolg werden würde, denn die Ausblicke von hier oben in die umliegende Natur waren schon wunderschön.
Nun ging es immer tiefer in den „Bosque“ hinein und die ersten Schweißperlen standen uns auf der Stirn, nicht nur wegen der Wärme und der Anstrengung, sondern nun war für alle Teilnehmer auch besondere Aufmerksamkeit geboten.
Jetzt wechselte der Wanderweg tatsächlich in einen Pfad, der uns durch das Dickicht des Urwaldes führte, mit Lianen, übergroßen Farnen, Bromelien, Kletterpflanzen, Epiphyten und vielem mehr. Und natürlich gab es immer wieder eine Reihe von kleineren Pflanzen und Moose zu entdecken.
Eine Machete ...? Nein, die hatten wir nicht dabei. Sie hätte uns aber hier sehr gute Dienste erwiesen. Ein Seil ...?. Hatten wir auch nicht dabei. Das hätten wir ebenfalls gut gebrauchen können. Denn die oft engen, rutschigen Pfade und Hänge waren nichts für Ungeübte. Manchmal entschied man sich, lieber auf dem Hosenboden hinunter zu rutschen oder gleich die Schuhe auszuziehen. Denn die Gefahr der nassen Füße lag bei einer gefühlten Wahrscheinlichkeit von 99 %.
Dafür wurden wir alsbald von dem ersten wunderbaren Anblick eines herrlich rauschenden Wasserfalls belohnt.
Ruben konnte der Versuchung nicht widerstehen, sofort ein erfrischendes Bad in der natürlichen Badewanne zu nehmen. Wir anderen waren wohl alle „Warmduscher“. Keiner von uns wollte ihm in dem kühlen frischen Nass Gesellschaft leisten.
Aber es warteten noch weitere Wasserkaskaden auf uns und so ging der Fußmarsch weiter. Unsere Anstrengungen wurden immer wieder durch fantastische Naturschauspiele der herabstürzenden Wasserfälle belohnt.
Diese Natur ist teilweise so ursprünglich und die Natürlichkeit der Wasserläufe mit ihren kleinen Naturbecken so romantisch, dass man sich zeitweise in einer Kulisse für einen Märchenfilm mit Feen und Elfen wähnt.
Wir alle haben diese großartige Natur genossen! Und auf dem Rückweg gab es
kolumbianische Lebensfreude pur! Mit Musik und einer kurzen Merengue-Einlage während der Fahrt ging es zufrieden, glücklich und mit neuen Erlebnissen und Eindrücken zurück nach Pereira.
Diese Wandertour ist tatsächlich etwas besonderes, herrliche unberührte Natur und abenteuerlich!